{"id":368,"date":"2015-11-10T19:32:12","date_gmt":"2015-11-10T17:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=368"},"modified":"2015-11-11T19:56:03","modified_gmt":"2015-11-11T17:56:03","slug":"mathias-tim-und-struppi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=368","title":{"rendered":"Mathias, Tim und Struppi"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-369\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen-126x150.jpg\" alt=\"timundstruppi-mymediawelt-carlsen\" width=\"126\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen-126x150.jpg 126w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen-253x300.jpg 253w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen-866x1024.jpg 866w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen-624x737.jpg 624w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/timundstruppi-mymediawelt-carlsen.jpg 1169w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/>Der Journalismus hat sein Bestes<br \/>\nnoch vor sich, sagt Mathias D\u00f6pfner,<br \/>\nder Vorstandsvorsitzende des<br \/>\nMedienkonzerns Axel Springer SE.<br \/>\nWunderbar!<br \/>\nDie bisher besten Zeiten<br \/>\nf\u00fcr den Journalismus waren<br \/>\ndie von Tim und Struppi.<br \/>\nTim, der Journalist, wird f\u00fcr seine Reportagen aus Afrika<br \/>\nmit Geld \u00fcbersch\u00fcttet.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nTim und Struppi unterwegs nach Afrika. Auf dem Schiff treten die Herren von den Zeitungen an ihn heran: \u201eDie New York Evening Press bietet Ihnen 5000 Dollar\u2026\u201c, \u201eDie Londoner Daily Paper bietet Ihnen 1000 Pfund\u2026\u201c, \u201eDer Diario de Lisboa w\u00fcrde mit gr\u00f6\u00dftem Vergn\u00fcgen 40.000 Escudos zahlen\u2026\u201c \u2013 das waren goldene Zeiten f\u00fcr den Journalismus (Tim im Kongo, Carlsen Comics, Erstver\u00f6ffentlichung 1930).<br \/>\n1930! Das ist schon ein paar Tage her. Die Lage f\u00fcr Journalisten stellt sich heute meist ein wenig anders dar. Festangestellte Redakteure f\u00fcrchten oft einen Stellenabbau*, freie Journalisten, wie Tim, leiden unter mageren Honoraren. Daf\u00fcr gibt es im Wesentlichen drei Gr\u00fcnde.<br \/>\nErstens ist es heute ganz leicht, sich schnell und aktuell ein Bild vom Kongo und \u00fcberall auf der Welt zu machen. Es gibt Heerscharen von Reisenden, die sich berufen f\u00fchlen, ihre Erlebnisse und Bilder ins Netz zu stellen. Auch die meisten gro\u00dfen Verlage, darunter Axel Springer, stellen journalistische Leistungen (Nachrichten, Reportagen, Hintergr\u00fcnde, Fotos) ins Netz. Frei zug\u00e4nglich f\u00fcr jedermann. Gratis.<br \/>\nDarunter leidet, zweitens, der Markt f\u00fcr journalistische Darbietungen. Kein Verlag \u00fcbersch\u00fcttet seine freien Reporter mit Geld. Uns ist ein Beispiel f\u00fcr eine (nicht exklusive) Reportage aus Afrika bekannt, die mit 520 Euro verg\u00fctet wurde (der New-York-Evening-Press-Mann bietet Tim zuletzt 10.000 Dollar). Sie hatte eine L\u00e4nge von rund 240 Zeilen, was einem Honorar von gut zwei Euro pro Zeile entspricht. Das ist eher im oberen Bereich der Verg\u00fctungsskala. Unsere Heimatzeitung entlohnt ihre freien Mitarbeiter mit 0,15 Euro pro Zeile! Bei Fotos ist es im Grunde noch schlimmer\u2026<br \/>\nDrittens: Tim und Struppi waren Helden. Zwischenzeitlich hat der Ruf von Journalisten ein wenig gelitten. Heute geht das Wort \u201eL\u00fcgenpresse\u201c um. Das Vertrauen in Journalisten ist nicht mehr besonders hoch. Der Chefredakteur von Stern.de, Philipp Jessen, hat das k\u00fcrzlich in einem sch\u00f6nen <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/luegenpresse--kommentar-zu-einem-schlimmen-vorwurf-6527912.html\">Editorial<\/a> zusammengefasst.<br \/>\nDaher freuen wir uns \u00fcber Mathias D\u00f6pfner, der dem Journalismus endlich wieder Bedeutung verleiht und uns dessen wahren <a href=\"http:\/\/kress.de\/alle\/detail\/beitrag\/133268-springer-chef-mathias-doepfner-der-journalismus-hat-sein-bestes-noch-vor-sich.html\">Wert<\/a> vor Augen f\u00fchrt. Der Axel-Springer-Konzern hat gerade das amerikanische Wirtschaftsnachrichtenportal Business Insider f\u00fcr 300 Mio. Euro erworben, dessen deutsche Ausgabe demn\u00e4chst erscheint. Das Internet-Magazin will expandieren und jedes Jahr weltweit bis zu <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/11\/03\/business-insider-auf-expansionskurs-jedes-jahr-bis-zu-200-neue-redakteure\/\">200 Journalisten<\/a> neu einstellen.<br \/>\nNa, das ist ja fast wieder so wie bei Tim und Struppi. Die Reportage aus Afrika war noch gar nicht geschrieben, da wurde Tim schon ins Flugzeug nach Chicago gesetzt:<br \/>\nAuf zur n\u00e4chsten Reportage!<\/p>\n<p>* Einen Tag nachdem dieser Beitrag online ging, meldete der Nachrichtendienst <a href=\"http:\/\/kress.de\/mail\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/133320-kuendigungen-bei-axel-springer-kaum-bedarf-fuer-arbeit-der-service-und-entwicklungsredaktion.html\">kress.de<\/a><br \/>\nK\u00fcndigungen bei Axel Springer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Journalismus hat sein Bestes noch vor sich, sagt Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer SE. Wunderbar! 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