{"id":396,"date":"2015-12-15T12:20:57","date_gmt":"2015-12-15T10:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=396"},"modified":"2015-12-15T12:25:56","modified_gmt":"2015-12-15T10:25:56","slug":"was-du-heute-kannst-besorgen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=396","title":{"rendered":"Was Du heute kannst besorgen\u2026"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-398 alignleft\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fotolia_96588723_XS_julien_tromeur-150x82.jpg\" alt=\"Fun snail\" width=\"150\" height=\"82\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fotolia_96588723_XS_julien_tromeur-150x82.jpg 150w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fotolia_96588723_XS_julien_tromeur-300x164.jpg 300w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fotolia_96588723_XS_julien_tromeur.jpg 468w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>\u2026verschiebe doch auf \u00fcbermorgen oder<br \/>\nnoch sp\u00e4ter. So gehen die Nationen bei<br \/>\nder Rettung der Welt vor.\u00a0 Immerhin<br \/>\nherrscht nach der Klimakonferenz<br \/>\nin Paris Einigkeit dar\u00fcber, dass die Welt<br \/>\n\u00fcberhaupt in Not ist. Ma\u00dfnahmen dagegen? Sp\u00e4ter!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Fachausdruck hierf\u00fcr herrscht Prokrastination. Dabei handelt es sich um ein Aufschieben meist unangenehmer Verrichtungen. Beim Klimagipfel in Paris schien die Rettung der Welt zu den unangenehmen Verrichtungen zu z\u00e4hlen.<br \/>\nDas verschiebe doch auf morgen! Morgen? Wenn es doch morgen w\u00e4re, wenigstens \u00fcbermorgen. Der Zeithorizont, welcher der Pariser Konferenz vorschwebt, ist jedoch nicht \u00fcbermorgen, sondern 2030, 2050, 2100. Ma\u00dfnahmen, die helfen k\u00f6nnten, den Klimawandel gemessen an der Durchschnittstemperatur auf unter zwei Grad Celsius zu beschr\u00e4nken, ergreift die Weltgemeinschaft erst in einem Zeitabstand, der keine Hektik erkennen l\u00e4sst.<br \/>\nDer H\u00f6hepunkt der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen muss <em>m\u00f6glichst<\/em> vor dem Jahre 2030 liegen, in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts, also nach 2050, <em>sollen<\/em> die Emissionen auf Null reduziert werden. Bis 2100.<br \/>\n2030, 2050, 2100! F\u00fcr die meisten heute lebenden ist das fast schon der St.-Nimmerleins-Tag. So gro\u00df die Freude dar\u00fcber ist, dass \u00fcberhaupt etwas geschieht \u2013 schlie\u00dflich gibt es ja noch immer \u201eKlimaleugner\u201c, die bezweifeln, dass der Mensch das Klima ver\u00e4ndern k\u00f6nne \u2013 so gro\u00df ist auch die Versuchung, notwendige Ver\u00e4nderungen aufzuschieben.<br \/>\nDas ist verst\u00e4ndlich. Niemand will sein Leben abrupt umstellen oder seine Gewohnheiten radikal ver\u00e4ndern. Fristen und \u00dcbergangszeiten sind menschlich und verst\u00e4ndlich.<br \/>\nLeider ist das wie bei einer Wanderung mit Tagesziel. Sicher, wir k\u00f6nnen es langsam angehen lassen. Wir k\u00f6nnen schon fr\u00fch viele Pausen machen und unser Vesper in aller Ruhe verzehren. Die Gefahr ist dann gro\u00df, dass wir uns dann am Ende sehr beeilen, ja, ziemlich anstrengen m\u00fcssen, um das Etappenziel zu erreichen. Oder wollen Sie, wenn das Etappenziel ein gebuchtes Wellnesshotel ist, auf halber Strecke unter freiem Himmel \u00fcbernachten? Und was, wenn wir morgens bummeln und sp\u00e4tmittags ein Gewitter hereinbricht? Zudem ist es keine Wanderung, sondern eher ein Staffellauf. Wenn der erste bummelt, muss sich der n\u00e4chste (in diesem Fall die n\u00e4chste Generation) umso mehr beeilen.<br \/>\n2030, 2050, 2100! Sicher, viele Umstellungen brauchen Zeit. Viele Technologien sind noch nicht praxiserprobt. Aber ein bisschen spricht aus so langen Fristen eine Art Beschwichtigung: \u201eNur die Ruhe! Heute m\u00fcsst ihr gar nichts tun. Es \u00e4ndert sich erst mal nichts. Sp\u00e4ter vielleicht.\u201c<br \/>\nAlso Aufschieben.<br \/>\nDabei ist gar nicht gewiss, ob die zu ergreifenden Ma\u00dfnahmen unangenehm sein werden. Beispiel: Elektroauto. Noch sind die Reichweiten ein wenig kurz, das Elektroauto hat daf\u00fcr andere Vorteile, die das Fahren zum Vergn\u00fcgen machen.<br \/>\nZum dumm, dass das Elektroauto auch ein Beispiel f\u00fcr nicht eingehaltene Fristen ist.<br \/>\nZiel der Regierung war, in Deutschland bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Stra\u00dfe bringen. Das erreichen wir wohl nicht. Es sei denn, in den Jahren 2016 bis 2020 passiert Unglaubliches. Laufschritt ist angesagt, um bei dem Bild mit der Tagesetappe zu bleiben.<br \/>\nVielleicht k\u00f6nnte man oder m\u00fcsste man, um das Ziel zu erreichen, doch etwas nachhelfen.<br \/>\nNat\u00fcrlich kein Zwang!<br \/>\nNiemand soll gezwungen werden.<br \/>\nFreiwillig.<br \/>\nVielleicht geht es mit \u201eIncentives\u201c schneller, also Anreizen?<br \/>\nSeltsam: Obwohl sich alle vor Zwang f\u00fcrchten, vor allem die Wirtschaft, die lieber auf Freiwilligkeit setzt, herrscht Einigkeit dar\u00fcber, dass beim Klimagipfel in Paris etwas zu viel Freiwilligkeit herausgekommen ist. Anders formuliert: Niemand ist nie zu nichts verpflichtet.<br \/>\nDer Pr\u00e4sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, bedauert, dass es nur freiwillige Zusagen gibt, aber keine verbindlichen Minderungsverpflichtungen*. Jean Tirole, Nobelpreistr\u00e4ger f\u00fcr Wirtschaft, sagt, die Freiwilligkeit habe zu viel Raum erhalten.<br \/>\nUm nicht falsch verstanden zu werden: Freiwilligkeit ist nichts Schlechtes. Das Beste ist, wenn alle Handlungen der Menschen auf Einsicht beruhen.<br \/>\nKleiner Exkurs dazu**: Die Universit\u00e4tsmensa Nijmegen wollte k\u00fcrzlich einen Veggieday einf\u00fchren. Dagegen gingen einige gleich auf die Barrikaden, allen voran ein Professor, der sich nichts vorschreiben lassen will. Der Witz: Der Professor sagt, er esse gerne vegetarisch. Er ist blo\u00df gegen Zwang und nur f\u00fcr freiwilligen Verzicht.<br \/>\nTja, leider manches ist leider viel zu lecker (Grillsteak), viel zu sch\u00f6n (Auto fahren) oder viel zu spannend (Flugreisen), um freiwillig damit aufzuh\u00f6ren.<br \/>\nDoch der Zeitfaktor spielt nun mal auch eine Rolle.<br \/>\nMorgen, \u00fcbermorgen, 2030, 2050, 2100? Wir haben nun mal nicht alle Zeit der Welt, um darauf zu warten bis der letzte sein Verhalten \u00e4ndert.<br \/>\nWer den Unterschied zwischen Arbeit und Leistung kennt, sollte das ja verstehen. Emsigste Gesch\u00e4ftigkeit und gr\u00f6\u00dfter Flei\u00df nutzen mitunter nichts, wenn die Arbeit nicht in einer bestimmten Zeit und\/oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt ist.<br \/>\nDaher w\u00e4re es vielleicht recht klug, Ma\u00dfnahmen gegen die Erderw\u00e4rmung m\u00f6glichst schnell zu ergreifen. Schnell hei\u00dft: heute.<br \/>\nSchon heute l\u00e4sst sich viel besorgen\u2026<\/p>\n<p>* alle Informationen, auf denen dieser Beitrag beruht aus der FAZ vom 14. Dezember 2015<br \/>\n** FAZ, 4. November 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026verschiebe doch auf \u00fcbermorgen oder noch sp\u00e4ter. 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