{"id":407,"date":"2016-01-12T19:01:47","date_gmt":"2016-01-12T17:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=407"},"modified":"2016-01-12T19:02:38","modified_gmt":"2016-01-12T17:02:38","slug":"mein-weg-ist-weg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=407","title":{"rendered":"Mein Weg ist weg"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-408\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Fotolia_77825721_XS_juergen-faelchle_a-150x97.jpg\" alt=\"Feldweg im Frhling - Bodenseeregion\" width=\"150\" height=\"97\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Fotolia_77825721_XS_juergen-faelchle_a-150x97.jpg 150w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Fotolia_77825721_XS_juergen-faelchle_a.jpg 298w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/strong>Blumen, Insekten, V\u00f6gel \u2013 Feldwege sind Lebensr\u00e4ume,<br \/>\nnicht nur Wirtschaftswege. Leider ist das kaum<br \/>\njemand bewusst. Und so verschwindet ein Weg nach<br \/>\ndem anderen und wird zur leblosen Asphaltpiste.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nBlumen, Insekten, Feldhase, Rebhuhn, Fasan \u2013 manche haben es doch verstanden, was Feldwege sind. Zum Beispiel die hessische Gemeinde Gro\u00df-Zimmern. Zitat<sup>1<\/sup> von der Internetseite \u201eZur \u00f6kologischen Bedeutung von Grasfeldwegen\u201c: \u201eNaturbelassene Grasfeldwege sind wichtige \u00f6kologische Vernetzungselemente in der ausger\u00e4umten, intensiv landwirtschaftlich genutzten Feldflur. Hier, in den ungem\u00e4hten Altgrasstreifen findet Niederwild, Feldhase, Rebh\u00fchner, Fasanen, Insekten u.a. noch nat\u00fcrliche Deckung, Ruheraum, Brutraum und Nahrungshabitat.\u201c<\/p>\n<p>Klar, haupts\u00e4chlich ist ein Weg ein Weg. Und der dient der Fortbewegung. Nicht nur f\u00fcr Rebh\u00fchner, sondern auch f\u00fcr Traktoren und andere Vehikel zur Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen. Mit dem M\u00e4hdrescher auf Graswegen wird es freilich etwas eng, aber der f\u00e4hrt nur einmal im Jahr.<\/p>\n<p>Ist der Weg breiter, muss das der Natur ebenso wenig schaden wie etwas Schotter zur Befestigung. Umgekehrt schadet es dem landwirtschaftlichen Verkehr nicht, wenn sogenannter Mittelbewuchs auftaucht. Doch bei der aktuellen Neutrassierung von Feld- bzw. Wirtschaftswegen im Zuge einer Flurbereinigung gen\u00fcgt ein wenig Schotter nicht. Da geht es richtig zur Sache: Zun\u00e4chst wird der Boden auf f\u00fcnf Meter Breite einen halben Meter tief abgegraben, wobei riesige Mengen Erde zur Entsorgung anfallen, danach wird die Trasse, die jetzt aussieht, als ob ein Kanal geplant w\u00e4re, mit Schotter aufgef\u00fcllt (nicht mit Wasser), pro Kilometer rund 2500 Kubikmeter. Dann kommt gr\u00f6\u00dftenteils eine Asphaltdecke drauf, die das ganze versiegelt. Ein Feldweg als \u201e\u00f6kologisches Vernetzungselement\u201c sieht anders aus.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind es nicht nur \u00f6kologische Argumente, die gegen solche \u201eFeldautobahnen\u201c sprechen. Wie so oft fragt man sich, warum gerade daf\u00fcr Geld da ist, wo es doch anderweitig \u00fcberall mangelt und der Staat (Bund, L\u00e4nder, Gemeinden) mit zwei Billionen Euro in der Kreide steht. Ein Argument gegen das ausufernde Asphaltieren ist auch, dass auf diese Weise breite \u201eQuasistra\u00dfen\u201c (Geschwindigkeit!) entstehen, die Autofahrer gerne als Schleichweg und Abk\u00fcrzung nutzen. So entstehen Konflikte, wenn auch Spazierg\u00e4nger oder Radfahrer (Kinder!) die Wege f\u00fcr sich beanspruchen. Geschotterte Wege mit dem einen oder anderen Schlagloch werden von Autofahrern gemieden.<\/p>\n<p>Bei der Frage, wem die Feldpisten vielleicht n\u00fctzen, kommt als erstes die Landwirtschaft. Wobei sich die Zahl der Bauern immer weiter nach unten, die Gr\u00f6\u00dfe der Traktoren weiter nach oben entwickelt. Vor drei\u00dfig Jahren (etwa eine Generation) reichten 100 PS, das war schon ein richtig gro\u00dfes Ger\u00e4t, w\u00e4hrend heute 300 PS gar nichts sind. Heute steht in den meisten F\u00e4llen eine kleine Minderheit von Nebenerwerbslandwirten gegen eine Mehrheit von sonstigen Nutzern. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass auch ein 500-PS-Riesentraktor den \u201e\u00f6kologisch wertvollen\u201c, naturbelassenen Grasfeldweg nutzen k\u00f6nnte, denn genau daf\u00fcr sind Traktoren ja konstruiert worden. Dass man nun f\u00fcr diese allradgetriebenen, h\u00f6chst gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Maschinen, die eigentlich gar keine Wege brauchen, schnurgerade Asphaltpisten schafft, ist eigentlich ein Witz.<\/p>\n<p>Zugegeben, das h\u00f6rt sich alles ein wenig nach Nostalgie und \u201eheiler Welt\u201c an. Ist es aber nicht. Vielmehr ist es so, dass die Beschaffenheit der Wege nicht nur eine Frage der \u00d6kologie, sondern auch der Lebensqualit\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Sogar Automobilisten wissen das. Niemand macht seine Sonntagsspritztour mit dem Cabrio auf der Autobahn. Spa\u00df, wenn man das so nennen will, macht die Ausfahrt auf kleinen, kurvigen Landstr\u00e4\u00dfchen.<\/p>\n<p>Kleine, kurvige, weiche Gras- oder Schotterwege bevorzugt auch der Mensch, wenn er zu Fu\u00df oder mit dem Rad, wie heutzutage auf dem Land \u00fcblich, unterwegs ist. Dass solche Wege im Gegensatz zu schnurgeraden Asphaltpisten von hoher Qualit\u00e4t sind, beweist das Deutsche Wanderinstitut<sup>2<\/sup>. F\u00fcr ein optimales Wandererlebnis (gilt ja wohl auch f\u00fcr den Spaziergang oder das Radeln zum Einkaufen in den Nachbarort) und f\u00fcr die Verleihung des Deutschen Wandersiegels sind eine Reihe von Qualit\u00e4tskriterien erforderlich, wozu die auch Beschaffenheit der Wege z\u00e4hlt:<\/p>\n<p>erdig, grasig = positiv<br \/>\ngeschottert, geteert = negativ<\/p>\n<p>pfadig = positiv<br \/>\nbreit, gerade = negativ<\/p>\n<p>Wer glaubt, es gehe darum, dass sich nur Feldhase, Rebhuhn und Fasan wohl f\u00fchlen, irrt sich. Es geht um den Menschen, es geht um Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>1 <a href=\"http:\/\/www.gross-zimmern.de\/index.php?lebensraum-grasfeldweg\">Gemeinde Gro\u00df-Zimmern<br \/>\n<\/a>2 <a href=\"http:\/\/www.wanderinstitut.de\/deutsches-wandersiegel\/kriterien\/\">Wanderinstitut<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blumen, Insekten, V\u00f6gel \u2013 Feldwege sind Lebensr\u00e4ume, nicht nur Wirtschaftswege. Leider ist das kaum jemand bewusst. Und so verschwindet ein Weg nach dem anderen und wird zur leblosen Asphaltpiste.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/407"}],"collection":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=407"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":409,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/407\/revisions\/409"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}