{"id":447,"date":"2016-02-17T20:26:56","date_gmt":"2016-02-17T18:26:56","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=447"},"modified":"2016-02-17T20:39:51","modified_gmt":"2016-02-17T18:39:51","slug":"ans-band","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=447","title":{"rendered":"Ans Band"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-448 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fotolia_72877833_XS_lulu_klein-150x102.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"102\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fotolia_72877833_XS_lulu_klein-150x102.jpg 150w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fotolia_72877833_XS_lulu_klein-300x204.jpg 300w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fotolia_72877833_XS_lulu_klein.jpg 316w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/strong>Wenn die deutsche Wirtschaft nicht in der<br \/>\nLage ist, Fl\u00fcchtlinge in den Arbeitsmarkt<br \/>\nzu integrieren, sieht es schlecht aus.<br \/>\nHier ein Vorschlag, wie wir es vielleicht<br \/>\nschaffen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDer Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Rottenburg am Neckar, Stephan Neher, sagte einmal in Bezug auf Fl\u00fcchtlinge sinngem\u00e4\u00df: Wenn 43 Leute in einer Wirtschaft sitzen, reicht es auch f\u00fcr einen weiteren, der hinzukommt<sup>1<\/sup>.<\/p>\n<p>Im Prinzip hat er recht \u2013 aber nicht ganz.<br \/>\nEs ist nicht <em>eine<\/em> Wirtschaft.<br \/>\nEs ist <em>die<\/em> Wirtschaft.<\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaft spielt in der Fl\u00fcchtlingsfrage die entscheidende Rolle. Noch k\u00fcmmern sich Kommunen, Landkreise, das Rote Kreuz, die christlichen Kirchen und ein Heer von Freiwilligen um ein Dach f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge sowie alles weitere.<br \/>\nIrgendwann jedoch m\u00fcssen die Fl\u00fcchtlinge das selbst tun.<br \/>\nDas hei\u00dft, sie brauchen Geld.<br \/>\nSie brauchen einen Job.<\/p>\n<p>Hier ist die Wirtschaft, sind die Unternehmen am Zug.<br \/>\nViele Unternehmen und Wirtschaftsverb\u00e4nde haben auch eigentlich ermutigende Antworten gegeben.<br \/>\nZum Beispiel im Mittelstand. Fl\u00fcchtlinge seien in Familienunternehmen gefragt, hei\u00dft es (FAZ, 29.12.2015) und der Pr\u00e4sident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, sagt: \u201eEs braucht viel Zeit und Geduld. Sprache und Qualifikation sind h\u00e4ufig ein Hindernis. Doch die Motivation der Menschen ist \u00fcberdurchschnittlich\u201c (merke: viel Zeit und Geduld).<br \/>\nViele gro\u00dfe Konzerne sehen das auch so. Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, meint ebenfalls, diese Menschen seien nach Deutschland gekommen, um sich etwas aufzubauen, \u201eGenau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und \u00fcberall in unserem Land, so Zetsche<sup>2<\/sup> (Spiegel online, 28.01.2016).<br \/>\nNat\u00fcrlich sind alle Unternehmen in Deutschland aufgerufen, hier etwas zu tun: Volkswagen, Siemens, Adidas, BMW, Edeka und Aldi, Thyssenkrupp ebenso wie Post und Telekom \u2013 aber auch Springer, H\u00e4fele und Pfleiderer. Eben alle.<br \/>\nEinige davon haben sich jetzt zu einer Initiative namens \u201eWir zusammen\u201c zusammengeschlossen<sup>3<\/sup>.<\/p>\n<p>Weniger leicht ist eine Antwort auf die Frage, wie viele Fl\u00fcchtlinge jedes Unternehmen nimmt. Das wird wohl der \u201eMarkt\u201c beantworten, aber ein kleiner Anhaltspunkt w\u00e4re schon recht.<\/p>\n<p>Vielleicht hilft da das Gleichnis von Oberb\u00fcrgermeister Neher. Sitzen 43 Leute in der Wirtschaft, kommt ein Fl\u00fcchtling hinzu\u2026<br \/>\nDas w\u00e4re eine Quote von 2,3 Prozent.<\/p>\n<p>Exkurs: Eine Quote von 2,3 Prozent ist sportlich \u2013 wobei es sich um die 43 im Wirtshause versammelten nicht um arme Schlucker handelt. Wir sind ja in Baden-W\u00fcrttemberg. Das muss man auch ber\u00fccksichtigen, wenn je wieder die Sprache auf eine gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung innerhalb der Europ\u00e4ischen Union kommen sollte. N\u00e4hme die Slowakei nun doch welche, m\u00fcssten es wohl deutlich weniger als 2,3 Prozent sein.<br \/>\nF\u00fcr eine Stadt wie Rottenburg am Neckar (43.000 Einwohner) bedeutet das die Aufnahme von knapp 1000 (989) Fl\u00fcchtlingen.<br \/>\nF\u00fcr ein normales deutsches Dorf, einen Ortsteil dieser Stadt, beispielsweise ein Dorf mit 1200 Einwohnern, sind das dann 28 M\u00e4nner, Frauen und Kinder. Kein Problem, wenn es dabei bleibt.<br \/>\nF\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg: 248.000 Personen<br \/>\nF\u00fcr Deutschland: 1.874.000 Personen<\/p>\n<p>Das so ins Werk gesetzt, w\u00e4re ein bedeutender Beitrag zur Linderung der Fl\u00fcchtlingsnot auf dieser Welt.<\/p>\n<p>Aber: Noch hat die Integration auf dem Arbeitsmarkt noch nicht so recht begonnen. Gleichwohl rechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) damit, dass im Jahresschnitt 2016 rund 99.000 Fl\u00fcchtlinge erwerbst\u00e4tig sein werden, 2017 sollen es 276.000 sein (FAZ, 2.02.2016).<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden auf dem Weg zur Erwerbst\u00e4tigkeit sind rechtlicher Natur, ferner die oft fehlende Qualifikation, fehlende Nachweise der Qualifikation sowie die Konditionen, sprich der Lohn. Der Mindestlohn ist vielen Betrieben zu hoch, wir haben einen reduzierten Mindestlohn von 5,75 Euro<sup>4<\/sup> vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Die Debatte um den Mindestlohn ist inzwischen im Mainstream angekommen mit den \u00fcblichen verh\u00e4rteten Positionen: Die CDU ist f\u00fcr einen niedrigeren Mindestlohn, die SPD meint, so w\u00fcrden Fl\u00fcchtlinge gegen andere Arbeitnehmer ausgespielt und zu Lohndr\u00fcckern gemacht.<br \/>\nTats\u00e4chlich muss die Frage gestellt werden, warum die Unternehmen nicht auch den hiesigen Arbeitslosen, mindestens zwei Millionen, in der EU mindestens 17 Millionen<sup>5<\/sup>, ebenso \u201eviel Zeit und Geduld\u201c, wie oben zitiert, widmen.<\/p>\n<p>Ein Kompromiss, den wir dringend und ganz schnell brauchen, k\u00f6nnte so aussehen: Der Mindestlohn wird auf 5,75 Euro gesenkt. Daf\u00fcr verpflichten sich die Unternehmen, oder werden verpflichtet, eine bestimmte, an der Quote orientierte, Anzahl von Leuten neu einzustellen. Seien es Fl\u00fcchtlinge, wenn das genau die Leute sind, die \u201ewir\u201c suchen, wie Zetsche sagt, seien es \u201eAltarbeitslose\u201c, zum Beispiel Langzeitarbeitslose.<\/p>\n<p>Wenn wir es schaffen wollen, m\u00fcssten zumindest die Gro\u00dfbetriebe voran gehen. Sie haben eine Vorbildfunktion und sind als Arbeitgeber besonders attraktiv. Sie m\u00fcssten zuerst und demn\u00e4chst eine ordentliche Zahl von Fl\u00fcchtlingen besch\u00e4ftigen, am besten dauerhaft und mit dieser Quote<sup>6<\/sup>. So k\u00f6nnte zum Beispiel die Deutsche Bahn in ganz Deutschland fast 7000 Leute mit aktuellem Migrationshintergrund in Lohn und Brot bringen. Oder, ein Beispiel aus der Industrie: Daimler, Werk Sindelfingen, \u00fcber 26.000 Besch\u00e4ftigte, dort m\u00fcssten zus\u00e4tzlich 600 Leute hingestellt werden.<\/p>\n<p>Vielleicht erst mal ans Band.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1 Genau genommen, sagte er nicht \u201eWirtschaft\u201c, sondern \u201eGastst\u00e4tte\u201c,\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rottenburg-buergermeister-stephan-neher-im-interview-ueber-fluechtlinge-a-1061832.html\">Spiegel online<\/a><\/p>\n<p>2 <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/fluechtlinge-daimler-und-co-beschraenken-sich-auf-praktika-a-1074495.html\">Spiegel online<\/a><\/p>\n<p>3 <a href=\"http:\/\/www.wir-zusammen.de\/\">wir-zusammen.de<\/a><\/p>\n<p>4 Mindestlohn\/Fl\u00fcchtlinge: <a href=\"http:\/\/zabota.de\/?p=421#more-421\">5,75 Euro f\u00fcr Salih<\/a><\/p>\n<p>5 <a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/Statischer-Content\/Statistische-Analysen\/Statistische-Sonderberichte\/Generische-Publikationen\/Arbeitsmarkt-im-europaeischen-Vergleich.pdf\">Arbeitslose in Europa<\/a><\/p>\n<p>6 Hier stimmt etwas nicht, das mit der Quote ist t\u00fcckisch: 2,3 Prozent sind die Quote in Bezug auf die Gesamtbev\u00f6lkerung. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten ist aber nur halb so hoch. Also m\u00fcssten auch die 2,3 Prozent halbiert werden. Kann man machen \u2013 allerdings handelt es sich bei \u201eder Wirtschaft\u201c um den leistungsf\u00e4higsten Teil der Gesellschaft. Man kann andererseits davon ausgehen, dass nur die H\u00e4lfte der Fl\u00fcchtlinge \u00fcberhaupt dem Arbeitsmarkt zur Verf\u00fcgung steht (z. B. Kinder und Jugendliche nicht). Der Autor will nur sagen, dass es sich bei der Zahl der Fl\u00fcchtlinge, welche in die Betriebe aufgenommen werden, um eine relativ relevante Zahl handeln muss, also nicht, dass der Gro\u00dfkonzern mit 500.000 Besch\u00e4ftigten meint, okay wir nehmen auch f\u00fcnf Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die deutsche Wirtschaft nicht in der Lage ist, Fl\u00fcchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sieht es schlecht aus. 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