{"id":629,"date":"2017-10-03T12:14:15","date_gmt":"2017-10-03T10:14:15","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=629"},"modified":"2017-10-03T12:20:23","modified_gmt":"2017-10-03T10:20:23","slug":"brokkoli-online","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=629","title":{"rendered":"Brokkoli online"},"content":{"rendered":"<p>Zum Wesen des Brokkoli geh\u00f6rt es, dass zwischen knackig-gr\u00fcn und labber-gelb nur wenige Stunden liegen k\u00f6nnen. Dumm gelaufen, wenn es die Stunden zwischen Online-Bestellung und Offline-Lieferung sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-627\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Fotolia_129536314_XS_Nik_Merkulov-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Fotolia_129536314_XS_Nik_Merkulov-150x150.jpg 150w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Fotolia_129536314_XS_Nik_Merkulov-298x300.jpg 298w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Fotolia_129536314_XS_Nik_Merkulov.jpg 345w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Brokkoli haben sie alle. Die ganz gro\u00dfen wie shop.rewe.de, edeka24.de, mytime.de oder der Deutsche-Post-DHL-Ableger allyouneedfresh.de, ebenso die vielen kleineren wie fruchtknall.de aus Stockach und viele andere.<br \/>\nEin Ruck ging allerdings durch Deutschland, als Amazon die B\u00fchne betrat. Wie immer. Amazon Fresh liefert zwar erst in Berlin und Potsdam sowie in Teilen Hamburgs, aber allen ist klar, dass das nur der Anfang sein kann.<br \/>\nNachdem es inzwischen keinen Non-Food-Artikel mehr gibt, der nicht im Internet bestellbar ist, kommt der Online-Handel bei Lebensmitteln an. Sogar bei frischen Lebensmitteln wie Obst und Gem\u00fcse.<br \/>\nGibt das den Einzelh\u00e4ndlern den Rest?<br \/>\nGibt das den Innenst\u00e4dten den Rest, wo sich kleinere L\u00e4den und Bauernm\u00e4rkte noch gerade so halten k\u00f6nnen?<br \/>\nDenn das ist die reale Gefahr: Die Generation Bauernmarkt stirbt vielleicht aus, wenn prima Produkte mit dem Smartphone nur einen Klick entfernt sind und schnell geliefert werden (Alternative: Abhol-Box). So wie vor ihr die Generation Zeitung ausstirbt und die Generation Telefonzelle schon ausgestorben ist.<br \/>\nDie Gefahr f\u00fcr den kleineren Einzelh\u00e4ndler ist umso gr\u00f6\u00dfer weil sich ein eigener Online-Shop nur selten rechnet.<br \/>\nDoch bei Licht betrachtet sind die Vorteile, die Online-H\u00e4ndler dem Kunden versprechen, gar nicht so gro\u00df. Vergessen wir, dass heute bestellt und morgen geliefert nicht wirklich schnell ist. Vergessen wir die Rabattaktionen f\u00fcr Neukunden. Bleibend ist vielleicht, dass der Onlinekunde Wege spart, die Ware nicht selbst tragen und nicht an der Kasse warten muss. Liefertermine sind meist individuell vereinbar.<br \/>\nDas war\u2019s dann aber schon.<br \/>\nDie Nachteile wiegen schwerer. Nicht nur der Kunde tr\u00e4gt sie, auch die Umwelt. Das Liefern der Ware an jeden einzelnen Haushalt eine betr\u00e4chtliche \u00f6kologische Last.<br \/>\nEine entfesselte Logistikindustrie, so Roland Reu\u00df in der FAZ<sup>1<\/sup>, nehme nicht nur dem Einzelhandel die Luft. Sie produziere Infrastruktur- und Umweltsch\u00e4den und sei nur deswegen kein politisches Thema, weil die Bev\u00f6lkerung mittlerweile selbst so korrumpiert ist, dass ihr au\u00dfer der Pflege ihrer Bequemlichkeitsanspr\u00fcche keine weiteren sinnstiftenden Staatsziele mehr einfallen. So passe es ins Bild, dass diese Tendenz zum maximalen Verschlei\u00df der Infrastruktur bei sinnlosem Verblasen fossiler Energie und selbstverst\u00e4ndlich betr\u00e4chtlich Feinstaubproduktion nun auch auf den Lebensmittelhandel \u00fcbergreife.<br \/>\nSchon klar, viel besser ist es nicht, wenn jeder allein im Auto zum Supermarkt f\u00e4hrt. Aber das ist ja gerade in St\u00e4dten, wo sich L\u00e4den und M\u00e4rkte konzentrieren, nicht der Fall.<br \/>\nAuch nicht gerade ein Ausbund an Umweltvertr\u00e4glichkeit: die Verpackung. Um es deutlich zu sagen \u2013 alles was im Handel sowieso schon verpackt ist, erh\u00e4lt zus\u00e4tzlich noch einmal eine Transportverpackung. Vor allem Empfindliches wie Brokkoli, Zerbrechliches, Gek\u00fchltes und Tiefgek\u00fchltes. Der K\u00fcchentisch erinnert an einen Wertstoffhof, hie\u00df es k\u00fcrzlich in einer Sendung des Wissensmagazins Galileo<sup>2<\/sup> \u00fcber den Onlinekauf von Lebensmitteln. Zwar nehmen die Versender die Verpackung wieder zur\u00fcck, was aber in den meisten F\u00e4llen hei\u00dft, dass nicht wir sie, sondern die sie in den Gelben Sack stecken.<br \/>\nAuf der anderen Seite m\u00fcssen sich die Online-Lebensmittelh\u00e4ndler erst mal das Vertrauen aufbauen und dauerhaft \u2013 mit M\u00fche und Kosten \u2013 aufrechterhalten. Zwischen der Profi-Food-Fotografie, mit der man den Kunden lockt, und Lieferung eben solcher Ware liegen Welten, komplexe Logistik-Welten. Knackig-gr\u00fcn pr\u00e4sentiert ist nicht automatisch knackig-gr\u00fcn geliefert.<br \/>\nDas ist der gro\u00dfe Vorteil des Einzelhandels und der M\u00e4rkte: Die Ware ist verf\u00fcgbar und f\u00fchlbar. Sehen, f\u00fchlen, riechen und schmecken geh\u00f6ren, wie auch Begegnung und Erlebnis, zum Einkauf \u2013 zum richtigen Einkauf. So kommt nur in den Korb was knackig-gr\u00fcn ist.<\/p>\n<p>1 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2017: \u201eUmweltruin frei Haus\u201c<br \/>\n2 zur Galileo-<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5hmvelKIKcQ\">Sendung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Wesen des Brokkoli geh\u00f6rt es, dass zwischen knackig-gr\u00fcn und labber-gelb nur wenige Stunden liegen k\u00f6nnen. 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