{"id":674,"date":"2018-01-22T12:21:02","date_gmt":"2018-01-22T10:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=674"},"modified":"2018-05-09T11:56:47","modified_gmt":"2018-05-09T09:56:47","slug":"richtig-reich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=674","title":{"rendered":"Richtig reich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-675\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fotolia_112377783_S_ivector-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fotolia_112377783_S_ivector-150x150.jpeg 150w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fotolia_112377783_S_ivector-300x300.jpeg 300w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fotolia_112377783_S_ivector-350x350.jpeg 350w, http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fotolia_112377783_S_ivector.jpeg 693w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>So werden Sie richtig reich. Eine Anleitung ohne jegliche Gew\u00e4hr.<!--more--><\/p>\n<p>Alle Jahre wieder ver\u00f6ffentlicht die Frankfurter Allgemeine Zeitung \u2013 vielleicht auch andere \u2013 eine \u00dcbersicht mit dem Titel: \u201eWas im Jahr x aus 100.000 Euro wurde\u201c. F\u00fcr 2017 erschien das in der Ausgabe vom 30. Dezember.<\/p>\n<p>Darum geht`s: Dem Anleger stehen sehr, sehr viele M\u00f6glichkeiten offen, einen Betrag von 100.000 Euro einzusetzen. Je nach Kursentwicklung, hat er dann Gl\u00fcck, viel Gl\u00fcck, Pech oder viel Pech gehabt. Wir haben uns die in der FAZ zuletzt vorgestellten M\u00f6glichkeiten angesehen. Es sind 39, die von der FAZ-Redaktion ausgew\u00e4hlt wurden. Nat\u00fcrlich gibt es noch mehr, ja, unz\u00e4hlige M\u00f6glichkeiten, Geld anzulegen. Beschr\u00e4nken wir uns mal auf die 39 und entwickeln daraus die Strategie des Reichwerdens.<\/p>\n<p>Der Witz ist folgender: Wir setzen nicht 100.000 Euro auf eine der 39 M\u00f6glichkeiten, sondern jeweils 100.000 Euro auf alle Anlageformen. Richtig: Dies setzt ein freies Geldverm\u00f6gen von 3,9 Millionen Euro voraus.<\/p>\n<p>So gesplittet leistet jede der Anlagem\u00f6glichkeiten einen positiven oder negativen Ergebnisbeitrag. Wir sehen uns das Gesamtergebnis an.<\/p>\n<p>Ein richtiger Gl\u00fcckspilz war, wer auf Venezolanische Aktien (INDX) gesetzt hat. Hier wurden aus 100.000 Euro 3.514.500 Euro. Auf dem zweiten Platz stehen jene modernen Goldsch\u00fcrfer, die auf den Bitcoin setzen: 1.329.300 Euro. Dritter Platz, wer h\u00e4tte es gedacht, Mongolische Aktien (MSE Top 200): 148.100 Euro.<br \/>\nAuf der Verliererseite steht, wer auf Pakistanische (Karachi 100), Qatarische (QE) oder Omanische (MSM 30) Aktien setzte. Bei dieser Strategie blieben von 100.000 nur noch 70.400, 71.000 bzw. 76.500 Euro \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Nun sind sowohl die drei Spitzenreiter als auch die drei gr\u00f6\u00dften Verlierer eher \u201eexotische\u201c Anlagen. Sie sind f\u00fcr Leute, die sich auskennen, die \u201erisikoaffin\u201c sind und die den Verlust von ein paar 100.000 Euro auch mal wegstecken k\u00f6nnen. Namentlich vor dem Bitcoin warnen viele.<\/p>\n<p>Daher machen wir nun folgendes: Wir legen ein Portfolio f\u00fcr eher \u201erisikoaverse\u201c an und werfen die \u201eExoten\u201c raus. Das hei\u00dft, wir bleiben bei Investitionen in stabilen Volkswirtschaften und grenzen dies mal auf die OECD ein. Aus dem bisherigen, von der FAZ-Redaktion ausgew\u00e4hlten 39 Posten umfassenden Portfolio streichen wir:<br \/>\nVenezolanische Aktien<br \/>\nBitcoins<br \/>\nMongolische Aktien<br \/>\nUkrainische Aktien (UX)<br \/>\nSchwellenl\u00e4nder Aktien (MSCI EM)<br \/>\nChinesische Aktien (CSI 300)<br \/>\nSchwellenl\u00e4nder-Anleihen (EMBI)<br \/>\nRussische Aktien (RTS Index)<br \/>\nOmanische Aktien<br \/>\nQatarische Aktien<br \/>\nPakistanische Aktien<br \/>\nEs bleiben 28 Anlagem\u00f6glichkeiten, die einem nicht den Schlaf rauben sollten. Es bleibt auch die Strategie, auf jede der 28 Anlageformen jeweils 100.000 Euro zu setzen. Der gesamte Anlagebetrag reduziert sich auf 2,8 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Nun schauen wir uns das neue Ranking an: An der Spitze stehen Deutsche Technologieaktien (Tec-Dax), 139.300 Euro, gefolgt von Lettischen Aktien (OMX Riga), 136.400 Euro und \u00d6sterreichischen Aktien (ATX), 131.200 Euro.<br \/>\nDumm gelaufen ist es mit Amerikanischen Dollar (USD), 88.100 Euro, Japanischen Yen (JPY), 91.300 Euro und Roh\u00f6l (Brent), 91.300 Euro, sowie dem Schweizer Franken (CHF), 91.700 Euro.<br \/>\nA propos Roh\u00f6l: Ein bisschen Spa\u00df muss sein, daher blieben Roh\u00f6l, Rohstoffe (GSCI Total Return Index), Gold und Silber drin.<br \/>\nDas gute alte deutsche Sparbuch ist \u00fcbrigens exakt auf der Nulllinie. Hier blieben 100.000 Euro 100.000 Euro. Etwaige Inflation bleibt immer au\u00dfen vor. Ebenso zum Teil betr\u00e4chtliche Geb\u00fchren und der Umstand, dass manche Aktien schon kauftechnisch nur etwas f\u00fcr richtige Profis sind.<\/p>\n<p>Die Renditebetrachtung nehmen wir als Ganzes f\u00fcr alle 28 Anlageformen vor, die jeweiligen Einzelrenditen sind ja offensichtlich. Die Summe der Gewinne betr\u00e4gt 252.900 Euro, die Verluste betragen 57.300 Euro, unterm Strich bleiben also 195.600 Euro.<\/p>\n<p>Nimmt man dazu den Anlagebetrag von 2,8 Millionen Euro ergibt das f\u00fcr 2017 eine Rendite von 6,99, also fast sieben Prozent. Was will man mehr?<\/p>\n<p>Mehr? Mehr nur bei h\u00f6herem Risiko. H\u00e4tten wir die elf Risikoanlagen im Portfolio gelassen, w\u00fcrde sich ein Gewinn von 4.866.600 Euro (Summe Gewinne: 5.021.500, Summe Verluste 154.900 Euro) ergeben. Beim Anlagebetrag von 3,9 Mio. Euro w\u00e4re das eine Rendite von fast 125 Prozent.<\/p>\n<p>Was soll man dazu sagen? On the Top hat der risikoaffine eher Reiche mit einem Einsatz von 3,9 Millionen fast 5 Millionen gemacht, w\u00e4hrend die risikoaverse eher arme Lieschen M\u00fcller auf ihrem Sparbuch mit 100.000 Euro (immerhin!) einen Ertrag von genau 0 Euro erwirtschaftete.<\/p>\n<p>Und nur nebenbei, um sich mal in den ewigen Streit der \u00d6konomen einzumischen: Unterstellt man, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer \u00e4rmer werden, w\u00e4re das eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr.<br \/>\nDer franz\u00f6sische \u00d6konom Thomas Piketty hat nachgewiesen, dass sich im Laufe der Weltgeschichte die Verm\u00f6gen immer schneller vermehrt haben als das allgemeine Wirtschaftswachstum. Eine These, die unter Volkswirten, wie alles, sehr umstritten ist.<\/p>\n<p>Unsere Berechnungen scheinen f\u00fcr Piketty zu sprechen \u2013 die Reichen werden immer reicher. Und so kommt es, dass nach neuesten Berechnungen von Oxfam<sup>1<\/sup> nur 42 Personen so viel besitzen, wie die gesamte \u00e4rmere H\u00e4lfte der Menschheit, 3,7 Milliarden Menschen<sup>2<\/sup>. Laut Oxfam gingen im vorigen Jahr 82 Prozent des globalen Verm\u00f6genswachstums an nur ein Prozent der Weltbev\u00f6lkerung \u2013 das reichste.<\/p>\n<p>Wie das geht, haben die Berechnungen hier gezeigt.<br \/>\nUnd wir wissen es jetzt auch!<\/p>\n<p>1 Oxfam Deutschland<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.oxfam.de\">www.oxfam.de<br \/>\n<\/a>spiegel.de, 22.01.2018: &#8222;2043 Milliard\u00e4re &#8211; 3,7 Millionen Menschen in Armut&#8220;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/davos-weltwirtschaftsforum-oxfam-warnt-vor-steigender-ungleichheit-a-1189067.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/davos-weltwirtschaftsforum-oxfam-warnt-vor-steigender-ungleichheit-a-1189067.html<\/a><\/p>\n<p>2 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Januar 2018: \u201eOxfam prangert Verm\u00f6genszuwachs der Superreichen an\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So werden Sie richtig reich. 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