{"id":732,"date":"2019-04-01T22:41:04","date_gmt":"2019-04-01T20:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=732"},"modified":"2019-04-01T22:42:28","modified_gmt":"2019-04-01T20:42:28","slug":"schnapsidee","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=732","title":{"rendered":"Schnapsidee"},"content":{"rendered":"<p>Vom 1. Januar 2020 an erhebt der Handel f\u00fcr jede verkaufte Glasflasche zehn Euro Pfand. Schnapsidee? Aprilscherz?<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_735\" aria-describedby=\"caption-attachment-735\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-735\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fotolia_221295373_XS_savelov-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-735\" class=\"wp-caption-text\">The neck of a broken green glass bottle lies on the street<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt Leute, die nennen unser Zeitalter Anthropoz\u00e4n. Das hei\u00dft, der Mensch gestaltet die Erde auf brachiale Art und Weise um und hinterl\u00e4sst seine Spuren.<br \/>\nNeulich hatten welche die Idee, die deutlichste Spur, die darauf hinweist, sei das Huhn<sup>1<\/sup>.<br \/>\nAuch das CO<sub>2<\/sub> ist ein herausragendes Merkmal. Am \u201eanthropogenen\u201c \u2013 also von Menschen verursachten Klimawandel \u2013 gibt es keine ernstzunehmenden Zweifel. Es wird richtig warm.<br \/>\nEin deutliches Zeichen f\u00fcr die Anwesenheit des Menschen ist heute und f\u00fcr die n\u00e4chsten zehntausend Jahre das viele Plastik, vor allem im Meer.<br \/>\nNun habe ich eine weitere, ewig sichtbare Menschenspur auf diesem Planeten gefunden: die Glasflasche.<br \/>\nSie verrottet praktisch gar nicht. Jedenfalls nicht nach menschlichen Ma\u00dfst\u00e4ben<sup>2<\/sup>. Diese Eigenschaft teilt sie sich mit Atomm\u00fcll, nur ist der nicht ganz so h\u00e4ufig zu finden und wenn, dann meist tief unter der Erde.<br \/>\nDie Flasche ist \u00fcberall.<br \/>\nKeinen Schritt kann man gehen, ohne dass man auf eine Flasche st\u00f6\u00dft. B\u00f6schungen und Bahngleise sind voll davon. Auf Feldern und in tiefen W\u00e4ldern \u2013 Flaschen. Meist in den \u00fcblichen To-go- und To-throw-Gr\u00f6\u00dfen 0,3 und 0,02 Liter. Neulich hat irgendein kleiner, dummer, fauler Feigling einen ganzen Karton 0,02-Liter-Flaschen auf dem Bahnhofsparkplatz ausgekippt, wo mein Auto tags\u00fcber steht.<br \/>\nDas ist schade. Denn hier handelt es sich nicht nur um eine Umweltsauerei, sondern um den Verlust eines wichtigen Rohstoffs. Glas ist im Grunde vollst\u00e4ndig recyclebar.<br \/>\nIm Gegensatz zu Plastik. Plastik ist praktisch gar nicht recyclebar, also im Sinne eines geschlossenen Kreislaufs, an dem am Ende wieder der urspr\u00fcngliche, wertvolle Augangsstoff steht.<br \/>\nDaher lohnt sich das Sammeln von Glas. Die Recyclingquote ist schon recht hoch, in Europa liegt sie bei rund 60 Prozent<sup>3<\/sup>.<br \/>\nDas Problem sind die restlichen 40 Prozent, vor allem wenn sie in Scherben zerschlagen auf dem Radweg liegen oder in W\u00e4ldern Br\u00e4nde ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<br \/>\nDaher jetzt die Schnapsidee, bzw. nur heute, der Aprilscherz: F\u00fcr jede Flasche, ob gro\u00df oder klein, ob Schnaps, Bier, Milch oder Bioapfelsaft, muss der Handel ein Pfand von zehn Euro verlangen.<br \/>\nDas h\u00e4tte einen Nachteil. Der Bargeldeinsatz w\u00fcrde sich etwas erh\u00f6hen, vor allem, wenn man Mineralwasser kistenweise kauft. Aber ein Pfand ist ja nur ein Pfand. Mit Geld-zur\u00fcck-Garantie.<br \/>\nDas konsequente Umsetzen dieser Schnapsidee h\u00e4tte viele Vorteile. Flaschen w\u00fcrden die Umwelt nicht mehr belasten, die Kosten der Stadtreinigung w\u00fcrden sinken, die Recyclingquote w\u00fcrde gegen 100 Prozent gehen, die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Glasflasche als Rohstoff w\u00fcrde steigen.<br \/>\nDie Leute, die auf Festen und Feiern, auch Weihnachtsm\u00e4rkten Getr\u00e4nke verkaufen, machen das so. So brauchen sie den Kunden, die sich volllaufen lassen, nicht nachzulaufen und haben danach keinen Scherbenhaufen. Da Getr\u00e4nkem\u00e4rkte, das Pfandsystem existiert ja ohnehin schon, dann ihr Leergut richtig absichern m\u00fcssten, w\u00fcrde die Qualit\u00e4t des Rohstoffes deutlich steigen. Die Industrie, die vom farblich sauber sortierten Glas profitiert, k\u00f6nnte h\u00f6here Preise bezahlen.<br \/>\nDas Verh\u00e4ltnis von Pfand zum Warenwert w\u00e4re bisweilen h\u00f6chst unterschiedlich. Bei der 0,02-Liter-Lik\u00f6rflasche zu ca. 50 Cent w\u00e4ren 10 Euro im Verh\u00e4ltnis recht viel. Vielleicht w\u00fcrde es aber auch gerne im Auto feiernde Menschen davon abhalten, den 30-Flaschen-Karton zu kaufen, f\u00fcr den dann immerhin zun\u00e4chst 300 Euro hinzubl\u00e4ttern w\u00e4ren. Andere, die sich an Scotch Whisky f\u00fcr 10.000 Euro die Pulle erfreuen, w\u00e4ren nicht direkt darauf angewiesen, das Leergut gleich wieder zur\u00fcck zu bringen.<br \/>\nIn einem weiteren Schritt vorw\u00e4rts k\u00f6nnte man die Hersteller mit ein bisschen Nudging<sup>4<\/sup> dazu bringen, Getr\u00e4nke nicht mehr in Plastik- oder Blechbeh\u00e4ltnisse abzuf\u00fcllen, sondern ausschlie\u00dflich in Glas.<br \/>\nDoch das w\u00e4re eine weitere Schnapsidee.<br \/>\n1 Wir leben im Zeitalter des Broilers (Brath\u00e4hnchens) <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/sex-im-alter-sex-mit-robotern-huehnchenknochen-als-archaeologisches-vermaechtnis-anthropozaen-a-1243608.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/sex-im-alter-sex-mit-robotern-huehnchenknochen-als-archaeologisches-vermaechtnis-anthropozaen-a-1243608.html<\/a><\/p>\n<p>2 Man geht von einer Million Jahre aus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ajoure.de\/lifestyle\/umwelt\/so-lange-dauert-es-wirklich-bis-dein-muell-verrottet\/\">https:\/\/www.ajoure.de\/lifestyle\/umwelt\/so-lange-dauert-es-wirklich-bis-dein-muell-verrottet\/<\/a><\/p>\n<p>3 Glas-Recycling<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/chemie-abitur\/artikel\/glas-recycling\">https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/chemie-abitur\/artikel\/glas-recycling<\/a><\/p>\n<p>4 Wie das geht erkl\u00e4rt am besten Monty Python<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 1. 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