{"id":741,"date":"2019-05-05T10:58:01","date_gmt":"2019-05-05T08:58:01","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=741"},"modified":"2019-05-05T10:58:01","modified_gmt":"2019-05-05T08:58:01","slug":"halt-grenze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=741","title":{"rendered":"HALT! GRENZE!"},"content":{"rendered":"<p>Sie wissen nicht was sie reden. Politiker, wie zum Beispiel AKK oder JRM.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAnnegret Kramp-Karrenbauer (AKK) sagte k\u00fcrzlich, die einzigen, die Schengen derzeit perfekt nutzen, seien kriminelle Elemente und nicht die Sicherheitsbeh\u00f6rden<sup>1<\/sup>. Das ist ungef\u00e4hr so wahr, wie die Behauptung, das M\u00fcnchner Oktoberfest diene nur Zechprellern und Taschendieben.<\/p>\n<p>Was haben wir vergessen? Einerseits die Millionen, die ihre Gaudi auf der Theresienwiese haben, andererseits die Millionen B\u00fcrger \u2013 Pendler, Reisende, Ausfl\u00fcgler \u2013 die vom Wegfall der Binnengrenzen profitieren.<\/p>\n<p>Jacob Rees-Mogg (JRM) ist Abgeordneter der Konservativen Partei im britischen Unterhaus, Bef\u00fcrworter eines \u201eharten\u201c Brexit, Widersacher von Theresa May und somit so etwas wie der oberste Brexiteer.<br \/>\nBrexiteer? Das soll wohl an \u201ePeer\u201c erinnern, an den britischen Adel, und dem Brexit etwas Edles verleihen. Wir sollten aber ehrlicherweise von Brexiters sprechen. Tats\u00e4chlich ist der Brexit ein Oberschichtenprojekt von Leuten wie JRM, Boris Johnson und Nigel Farrage, die daran ihren Spa\u00df wie an einem Pferderennen haben und andere mit populistischen Spr\u00fcchen k\u00f6dern. Denn was ist \u201eedel\u201c oder \u201eadlig\u201c daran, seinen gew\u00f6hnlichen Landsleuten, die in Europa leben, frei reisen und arbeiten wollen, das Leben schwer zu machen?<\/p>\n<p>Der Deutschlandfunk sendete k\u00fcrzlich eine Glosse, die daran erinnert, was eine Grenze ist \u2013 wie sie nach dem von JRM betriebenen \u201eharten\u201c Brexit Realit\u00e4t w\u00fcrde. Familie Miller aus GB, sie, er, zwei Kinder plus Hund, will mit dem Auto auf den Kontinent. Da stehen sie dann vor einem franz\u00f6sischen Grenzpolizisten, der die P\u00e4sse kontrolliert und dann fragt:<br \/>\n1. Gr\u00fcne Versicherungskarte f\u00fcr das Fahrzeug? Millers haben keine. Diese brauchte man zuletzt vor 1973, bevor Gro\u00dfbritannien der EU beitrat oder f\u00fcr Reisen in den damaligen Ostblock.<br \/>\n2. Internationaler F\u00fchrerschein? Hat Herr Miller auch nicht.<br \/>\n3. Impfzeugnis f\u00fcr den Hund. Haben Millers ebenfalls nicht.<\/p>\n<p>Die Einreise in die EU wird nicht mehr so ganz einfach von statten gehen, wobei die schlimmsten \u201eGrenzschikanen\u201c, die Z\u00f6llner, die nach Belieben Auto und Gep\u00e4ck auseinander nehmen k\u00f6nnen, noch gar nicht erw\u00e4hnt sind.<br \/>\nUnerw\u00e4hnt blieb bisher auch die Tatsache, dass der Brexit die Wirtschaft, vor allem die britische, durch Zollgrenzen, Z\u00f6llner und Z\u00f6lle schwer belastet. Wie die Familie Miller m\u00fcssen Unternehmen ebenfalls zus\u00e4tzliche Dokumente f\u00fcr ihre Exportgesch\u00e4fte beibringen. Das gilt f\u00fcr beide Seiten des Kanals. Und da die EU-L\u00e4nder mit gro\u00dfem Abstand die wichtigsten Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr britische Unternehmen sind, muss man sich schon fragen, wie man \u00fcberhaupt auf die Idee kommen kann, diesen freien Markt aufzugeben. Auch aus den Freihandelsabkommen, die die Europ\u00e4ische Union mit allen wichtigen Partnern geschlossen hat, wie zuletzt mit Japan, sind die Briten vermutlich drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stellt sich die Frage, was die Brexiters \u00fcberhaupt wollen. Klar ist, was sie nicht wollen. Das Unterhaus hat am 28. M\u00e4rz gegen acht Brexit-Alternativen gestimmt, was der Guardian<sup>2<\/sup> in die sch\u00f6ne Titel-Schlagzeile \u201eNo. No. No. No. No. No. No. No.\u201c brachte. Und am 2. April noch einmal gegen vier Vorschl\u00e4ge. No. No. No. No.<br \/>\nZu sagen was man will, ist eben schwieriger als das zu sagen was man nicht will. Daher gibt es im Deutschen Bundestag keine M\u00f6glichkeit den Bundeskanzler abzuw\u00e4hlen, sondern nur die M\u00f6glichkeit, einen neuen Bundeskanzler zu w\u00e4hlen, was sich \u201eKonstruktives Misstrauensvotum\u201c nennt.<br \/>\nBei der Abstimmung am 2. April lehnte es das Unterhaus auch ab, ein zweites Referendum durchzuf\u00fchren. Dabei ist dieser Weg vermutlich der beste. Das hat k\u00fcrzlich jemand mit einem Softwareprogramm verglichen.<br \/>\nWer auf \u201eL\u00f6schen\u201c klickt, wird nicht selten gefragt: \u201eWollen Sie wirklich l\u00f6schen?\u201c<br \/>\nAlso: \u201eWollen Sie wirklich austreten?\u201c<\/p>\n<p>Austritt bedeutet \u201eGrenze\u201c, ein Hindernis, das wir innerhalb der EU eigentlich \u00fcberwinden wollten. An \u201eSchengen\u201c, also der Abschaffung der Grenzkontrollen hat Gro\u00dfbritannien ohnehin nur eingeschr\u00e4nkt teilgenommen. Dennoch genie\u00dfen seine B\u00fcrger die volle Freiz\u00fcgigkeit innerhalb der Europ\u00e4ischen Union.<br \/>\nDas sollten wir erhalten, selbst wenn ein paar Kriminelle davon profitieren. Wenn wir uns daran orientieren, k\u00f6nnen wir den Laden gleich dicht machen. Und die Grenzen.<\/p>\n<p>1 faz.net, 15.03.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/denk-ich-an-deutschland\/akk-kriminelle-nutzen-schengen-derzeit-perfekt-behoerden-nicht-16090743.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/denk-ich-an-deutschland\/akk-kriminelle-nutzen-schengen-derzeit-perfekt-behoerden-nicht-16090743.html<\/a><\/p>\n<p>2 meedia.de, 28.03.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/meedia.de\/2019\/03\/28\/nein-nein-nein-nein-nein-nein-nein-nein-so-sarkastisch-titelt-der-guardian-zum-brexit-abstimmungs-chaos\/\">https:\/\/meedia.de\/2019\/03\/28\/nein-nein-nein-nein-nein-nein-nein-nein-so-sarkastisch-titelt-der-guardian-zum-brexit-abstimmungs-chaos\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie wissen nicht was sie reden. 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