{"id":813,"date":"2020-03-26T22:38:05","date_gmt":"2020-03-26T20:38:05","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=813"},"modified":"2020-03-27T19:37:32","modified_gmt":"2020-03-27T17:37:32","slug":"am-25-mai-ist-es-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=813","title":{"rendered":"Am 25. Mai ist es vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Muss es vorbei sein. Warum?<!--more--><\/p>\n<p>Weil der Sommer dann bald da ist!<\/p>\n<p>Spa\u00df. Mal im Ernst. Wie kommen wir auf den 25. Mai?<\/p>\n<p>Ganz einfach. Am 17. M\u00e4rz begann in Baden-W\u00fcrttemberg mit Schlie\u00dfung der Schulen der Shutdown. Nach den Osterferien, so hie\u00df es<sup>1<\/sup>, soll der Schulbetrieb weiter gehen. Angenommen, es k\u00e4me anders als man denkt und der Shutdown dauerte noch einmal f\u00fcnf Wochen, also bis zum 25. Mai. Dann w\u00e4ren wir alle zehn Wochen zuhause gewesen. W\u00e4re eine Verl\u00e4ngerung \u00fcber den 25. Mai hinaus realistisch?<\/p>\n<p>Nein. Und das hat nicht nur mit dem Sommer zu tun. Gertrude L\u00fcbbe-Wolff, immerhin ehemalige Verfassungsrichterin, schreibt, dass es f\u00fcr ein allgemeines Kontaktverbot keine rechtliche Grundlage gibt<sup>2<\/sup>. Klar, wir sind fast alle einsichtig. Derzeit. Aber nach zehn Wochen?<\/p>\n<p>Vor allem aber werden wir sp\u00e4testens nach zehn Wochen ein ausgewachsenes \u00f6konomisches Problem haben. N\u00e4mlich dann, wenn gro\u00dfe Teile der Wirtschaft l\u00e4nger stillliegen. Das Ifo-Institut rechnet mit Wohlstandsverlusten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht<sup>3<\/sup>. Kann man ja selber leicht nachrechnen: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands belief sich 2019 auf 3,44 Billionen Euro, das sind fast zehn Milliarden pro Tag. Wenn davon die H\u00e4lfte wegf\u00e4llt sind das bei 60 Tagen 300 Milliarden Euro.<br \/>\nDa stellt sich erstens die Frage, wie lange wir das durchhalten. Der \u00d6konom Thomas Straubhaar gibt zu bedenken, dass mit jedem Monat in dem der Shutdown von \u00f6ffentlichem Leben und Wirtschaft anh\u00e4lt, die \u00f6konomischen Kosten steigen. Das schw\u00e4che dann eben auch die Kapazit\u00e4ten im Gesundheitswesen<sup>4<\/sup>.<br \/>\nZweitens stellt sich die Frage, ob eine dramatisch h\u00f6here Verschuldung der richtige Weg ist, aus der Krise herauszukommen.<br \/>\nSehen wir es doch mal so: Die drei gro\u00dfen Menschheitsprobleme sind A die Klimakrise, B die Staatsschulden und C wie Corona. L\u00f6sen wir die Coronakrise indem wie A und B verschlimmern?<br \/>\nVor allem die Klimakrise ist wegen Corona weder weg noch relativiert. Baden-W\u00fcrttembergs Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann ist einer der wenigen, der noch daran zu erinnern wagt<sup>5<\/sup>. Und wenn man die Leute jetzt schon, Mitte M\u00e4rz, Rasen m\u00e4hen sieht, braucht man sich \u00fcber den Weltuntergang nicht zu wundern.<br \/>\nDie Schuldenkrise ist in Deutschland bisher nicht so schlimm, verglichen mit Griechenland oder den USA. Doch auch wir sitzen auf einem Schuldenberg von knapp zwei Billionen Euro (rund 24.000 Euro pro Kopf)<sup>6<\/sup>. Es gibt \u00d6konomen, die das im Verh\u00e4ltnis zur Wirtschaftsleistung f\u00fcr vertretbar halten. Da geh\u00f6re ich nicht dazu. Schulden l\u00f6sen kein Problem. Viele Gesch\u00e4ftsleute sehen das derzeit genauso. Sie lehnen die angebotenen Kredite dankend ab. Auch zinslose Kredite wollen zur\u00fcckbezahlt werden, dann habe man eine weitere Last, so Manuela Pettenkofer, Inhaberin eines Modegesch\u00e4ftes in Rottenburg am Neckar<sup>7<\/sup>. Also ist es dringend notwendig, dass die Wirtschaft am 25. Mai wieder l\u00e4uft. Wobei nicht gesagt ist, dass die Leute am 25. Mai wieder in die L\u00e4den str\u00f6men. Vielleicht haben sich bis dahin die Priorit\u00e4ten ver\u00e4ndert. Vielleicht ist kein Geld mehr da. Also doch keine neue Jacke? Doch keine Kreuzfahrt?<br \/>\nEgal. Jedenfalls sollte es aus \u00f6konomischer Sicht am 25. Mai vorbei sein.<\/p>\n<p>Haut das hin? Es gibt eine Grafik, die in den Medien schon zigtausend Mal erschienen ist. Sie bringt die Zahl der F\u00e4lle (y-Achse) in Relation zur Zeit (x-Achse) mit einer parallelen Linie zur x-Achse, welche die Kapazit\u00e4t des Gesundheitssystems darstellen soll<sup>8<\/sup>. Ja, ja, das leuchtet schon ein: Je l\u00e4nger wir die Seuche strecken, desto geringer ist die die Wahrscheinlichkeit, das Gesundheitssystem zu \u00fcberlasten. Das Dumme: Weder die x- noch die y-Achse sind mit Zahlen versehen. Was ist \u201et\u201c auf der x-Achse \u2013 Tage, Monate, Jahre?<br \/>\nNat\u00fcrlich will sich kaum jemand mit der Antwort auf die Frage, wie lange das dauert, aus dem Fenster lehnen. Der Pr\u00e4sident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, rechnet mit einer Dauer von zwei Jahren<sup>9<\/sup>. Auf ernst zu nehmenden Wissenschaftsseiten wie Quarks hei\u00dft es, die strengen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten \u00fcber einen Zeitraum von 300 Tagen n\u00f6tig sein<sup>10<\/sup>, Scienexx schreibt \u201eQuarant\u00e4ne und soziale Distanzierung m\u00fcssen m\u00f6glicherweise monatelang anhalten<sup>11<\/sup>\u201c.<br \/>\nIn der Schweiz geht man von folgendem aus: \u201eEine epidemische Welle dauert sechs bis zw\u00f6lf Wochen. Mit den Massnahmen des Bundes wird die Welle etwas l\u00e4nger dauern. Aktuell (am 20. M\u00e4rz 2020) rechnet man mit der Spitze in etwa vier Wochen und das Ende in zehn Wochen. Das ist aber bloss eine grobe Sch\u00e4tzung<sup>12<\/sup>\u201c.<br \/>\nDemnach w\u00e4ren wir beim 29. Mai.<\/p>\n<p>Alles andere ist unrealistisch. Gesch\u00e4fte, Restaurants, Werkst\u00e4tten, Fabriken, Universit\u00e4ten und Schulen k\u00f6nnen nicht l\u00e4nger als zehn Wochen geschlossen bleiben. Wir m\u00fcssen arbeiten. Sonst gibt es keinen Lohn, keine Steuern und \u00fcbrigens auch keine Renten. Und k\u00f6nnen wir es uns leisten, Obst und Gem\u00fcse nicht mehr zu ernten? Also macht endlich die Grenzen wieder auf. Sofort.<\/p>\n<p>Im Deutschlandfunk sagte Peter Dabrock, der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, die globalisierte Welt komme allm\u00e4hlich zum Stillstand. Man k\u00f6nne das ein paar Wochen durchhalten, aber ewig funktioniere es nicht. \u201eDann kommt der Punkt, wo man \u00fcberlegen m\u00fcsse: Was zieht jetzt den gr\u00f6\u00dferen Schaden nach sich? Die Kurve der Neuansteckungen flach zu halten oder die \u00f6konomische und soziale Lebensgrundlage zu erhalten\u201c. Dabrock betonte, die Stabilit\u00e4t unserer Gesellschaft aufs Spiel zu setzen, w\u00e4re ein zu hoher Preis<sup>13<\/sup>.<\/p>\n<p>Bedenken wir schlie\u00dflich, dass das Social Distancing bis jetzt noch in eine relativ kalte Jahreszeit f\u00e4llt. Kommt der Sommer ist das nicht l\u00e4nger aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Deswegen muss es am 25. Mai vorbei sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Dingolfing-718902\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=607613\">Thomas Knapek<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=607613\">Pixabay<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre>1 Coronavirus: Informationen f\u00fcr Schulen und Kindertageseinrichtungen\r\n <a href=\"https:\/\/km-bw.de\/,Lde\/Startseite\/Ablage+Einzelseiten+gemischte+Themen\/Coronavirus\">https:\/\/km-bw.de\/,Lde\/Startseite\/Ablage+Einzelseiten+gemischte+Themen\/Coronavirus<\/a>\r\n2 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2020, S. 11: Geschlossene Gesellschaft\r\n3 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2020, S. 1: Wie lange h\u00e4lt das Polster?\r\n4 capital.de, 22.03.2020: Thomas Straubhaar: \u201eDie \u00f6ffentliche Meinung wird kippen\u201c\r\n <a href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/thomas-straubhaar-die-oeffentliche-meinung-wird-kippen?utm_source=pocket-newtab\">https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/thomas-straubhaar-die-oeffentliche-meinung-wird-kippen?utm_source=pocket-newtab<\/a>\r\n5 SWR1 Leute, 24.03.2020\r\n <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr1\/bw\/swr1leute\/ministerpraesident-winfried-kretschmann-102.html\">https:\/\/www.swr.de\/swr1\/bw\/swr1leute\/ministerpraesident-winfried-kretschmann-102.html<\/a>\r\n6 steuerzahler.de, \u201eDie Schuldenuhr Deutschlands\u201c, Stand: 25.03.2020\r\n <a href=\"https:\/\/www.steuerzahler.de\/aktion-position\/staatsverschuldung\/dieschuldenuhrdeutschlands\/?L=0\">https:\/\/www.steuerzahler.de\/aktion-position\/staatsverschuldung\/dieschuldenuhrdeutschlands\/?L=0<\/a>\r\n7 Schw\u00e4bisches Tagblatt, 25.03.2020: Jetzt kommt es auf die Kunden an\r\n8 Bundesregierung, Coronavirus in Deutschland\r\n <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/coronavirus\/ausbreitung-coronavirus-1716188\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/coronavirus\/ausbreitung-coronavirus-1716188<\/a>\r\n9 faz.net, 17.03.2020: Corona-Pandemie k\u00f6nnte zwei Jahre dauern\r\n <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/coronavirus\/schaetzung-des-rki-pandemie-koennte-zwei-jahre-dauern-16682889.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/coronavirus\/schaetzung-des-rki-pandemie-koennte-zwei-jahre-dauern-16682889.html<\/a>\r\n10 quarks.de, 20.03.2020: Darum ist die Corona- Pandemie nicht in wenigen Wochen vorbei\r\n<a href=\"https:\/\/www.quarks.de\/gesellschaft\/wissenschaft\/darum-ist-die-corona-pandemie-nicht-in-wenigen-wochen-vorbei\/\">https:\/\/www.quarks.de\/gesellschaft\/wissenschaft\/darum-ist-die-corona-pandemie-nicht-in-wenigen-wochen-vorbei\/<\/a>\r\n11 scinexx.de, 20.03.20: Coronavirus \u2013 wie lange wird die Krise dauern?\r\n <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/coronavirus-wie-lange-wird-die-krise-dauern\/\">https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/coronavirus-wie-lange-wird-die-krise-dauern\/<\/a>\r\n12 economiesuisse.ch, 20.03.2020: H\u00e4ufige Fragen zur Corona-Pandemie\r\n <a href=\"https:\/\/www.economiesuisse.ch\/de\/artikel\/haeufige-fragen-zur-corona-pandemie\">https:\/\/www.economiesuisse.ch\/de\/artikel\/haeufige-fragen-zur-corona-pandemie<\/a>\r\n13 deutschlandfunk.de, 20.03.2020: Coronavirus als \u201eimmense Herausforderung\u201c f\u00fcr Werte der Gesellschaft\r\n <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ethikrat-coronavirus-als-immense-herausforderung-fuer-werte.2849.de.html?drn:news_id=1112312\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ethikrat-coronavirus-als-immense-herausforderung-fuer-werte.2849.de.html?drn:news_id=1112312<\/a>\r\n\r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muss es vorbei sein. 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