{"id":839,"date":"2020-04-13T21:36:19","date_gmt":"2020-04-13T19:36:19","guid":{"rendered":"http:\/\/zabota.de\/?p=839"},"modified":"2020-04-13T21:43:37","modified_gmt":"2020-04-13T19:43:37","slug":"die-schoenheit-der-salweide","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zabota.de\/?p=839","title":{"rendered":"Die Sch\u00f6nheit der Salweide"},"content":{"rendered":"<p>Alleine, langsam, still: ein Spaziergang im Schwarzwald.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die letzte Begegnung mit einem Menschen ist schon eine Weile her, die Stra\u00dfe weit weg und das Brummen eines ohnehin gerade sehr seltenen Fliegers verklingt gerade \u2013 und jetzt: nichts.<br \/>\nFast nichts. Vogelzwitschern.<\/p>\n<p>Bei allem Unheil, das durch die Coronakrise \u00fcber uns gekommen ist, mit Shutdown und Kontaktverbot, machen viele pl\u00f6tzlich ganz neue Erfahrungen: allein sein hat auch was, langsames Gehen tut gut und Stille ist ein Wert an sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-842\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/schliffkopf-IMG_20200410_181207-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Das kann man ganz besonders gut im Wald genie\u00dfen. Wir haben uns daher f\u00fcr einen Sp\u00e4tnachmittagsspaziergang auf dem Schliffkopfrundweg<sup>1<\/sup> entschieden. Am sp\u00e4ten Nachmittag, weil da die meisten der ohnehin wenigen schon wieder weg sind und weil es nicht weit ist. Au\u00dferdem f\u00fchrt der 3,5 Kilometer lange Rundweg im Nationalpark Schwarzwald durch Bergheiden und urw\u00fcchsige W\u00e4lder. Unterwegs er\u00f6ffnen sich herrliche Fernblicke \u00fcber die blaugr\u00fcnen Schwarzwaldh\u00fcgel bis in die Rheinebene. Die Heidefl\u00e4chen mit Latschenkiefern, Heidelbeeren und Gr\u00e4sern hei\u00dfen im Schwarzwald Grinden. Sie sind eine Besonderheit des Nationalparks und ein wichtiger Lebensraum f\u00fcr viele seltene Arten wie Auerh\u00fchner, Baumpieper, Alpine Gebirgsschrecken oder Kreuzottern. Ziel und H\u00f6hepunkt des Rundwegs ist ein 1054 Meter hoher Gipfel: der Schliffkopf.<\/p>\n<p>Die \u201eurw\u00fcchsigen W\u00e4lder\u201c, das typische in diesem Teil des n\u00f6rdlichen Schwarzwaldes, sind immer einen Besuch wert.<br \/>\n\u00dcberhaupt ist ein Waldspaziergang etwas ganz Wertvolles. Der Wald ist ein Psychotop, schreibt die Journalistin Agnes Fazekas in einem Beitrag \u00fcber das \u201eWaldbad\u201c<sup>2<\/sup>. So nennen Wissenschaftler das Ph\u00e4nomen, wenn sich zwischen Mensch und Natur ein unsichtbares Netz spinnt. H\u00f6rbar ist auch viel weniger. Das erste was dem Stadtmenschen auff\u00e4llt, ist die Stille. Schon hundert Meter vom Waldrand entfernt soll der L\u00e4rmpegel um acht Dezibel sinken. Doch der Geruchssinn erlebt eine \u00dcberraschung! Ein Waldspaziergang ist eine Aromatherapie. Holz, Harz, der Geruch, der bei fr\u00fchlingshafter W\u00e4rme aus dem Boden steigt \u2013 f\u00fcllen wir die Lungen!<\/p>\n<p>Allerdings muss man, um das zu sp\u00fcren, loslassen, man darf sich nicht ablenken lassen. Die gr\u00f6\u00dfte Ablenkung sind Mitspazierg\u00e4nger oder Mitwanderer. Nichts gegen eine gute Unterhaltung, aber sie kann ebenso gut anderswo stattfinden, nichts gegen Gruppenausfl\u00fcge, aber sie sind eine Kategorie f\u00fcr sich. Nutzen wir einfach die staatlich angeordnete Zahl von h\u00f6chstens zwei Personen auf gemeinsamem Weg als eine gute Gelegenheit, als Chance, vor allem alleine Neues zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Man sollte sich erst recht nicht vom eigenen Keuchen ablenken lassen, schon gar nicht von einem Fitnesstracker.<img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-843\" src=\"http:\/\/zabota.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/schliffkopf-IMG_20200410_172639-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Langsam.<\/p>\n<p>Der Spaziergang gelte als gem\u00e4chliche und biedere Schwester von Wandern, Hiking und Trailrunning<sup>3<\/sup>. Vom Wandern unterscheide sich ein Spaziergang hinsichtlich Dauer, Distanz und Anstrengung, sagt die Kulturwissenschaftlerin Gudrun M. K\u00f6nig. Trekkingstiefel, Landkarten und Proviant sind \u00fcberfl\u00fcssig. Aber: Der Spazierg\u00e4nger nimmt die Natur intensiver wahr.<\/p>\n<p>Nie im Leben h\u00e4tte man beispielsweise beim Joggen oder Mountainbiken die Legforche wahrgenommen. Das ist ein Forche, also Kiefer, deren dicken \u00c4ste mehrere Meter auf dem Boden entlang wachsen. Von starken Winden und Schneelast niedergedr\u00fcckt, sind Legforchen typisch f\u00fcr die H\u00f6hen des Schwarzwaldes. Oder eben die Salweide. Sie tr\u00e4gt die einzigen Bl\u00fcten, leuchtend gelb, jetzt im beginnenden Fr\u00fchling in 1000 Metern H\u00f6he. Spazierg\u00e4nger und Bienen freuen sich gleicherma\u00dfen \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Salweide.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1 Der Schliffkopfrundweg gilt mit rund 3,5 Kilometer L\u00e4nge als leicht, Gehdauer etwa 1,5 Stunden, nur rund 60 H\u00f6henmeter. Startpunkt ist der Parkplatz am Schliffkopfhotel an der B500, der Schwarzwaldhochstra\u00dfe.<br \/>\nDiesen Tourenvorschlag und weitere gibt es im Prospekt \u201eUnterwegs im Nationalpark Schwarzwald\u201c. Download unter<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.nationalpark-schwarzwald.de\">www.nationalpark-schwarzwald.de<\/a><\/p>\n<p>2 Silva \u2013 das Waldmagazin, 1\/2015: \u201eIch nehme ein Waldbad\u201c<\/p>\n<p>3 S\u00fcdwest Presse, 11.04.2020: \u201eDas gro\u00dfe Bummeln\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alleine, langsam, still: ein Spaziergang im Schwarzwald.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":841,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[206,203,207,205,204],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/839"}],"collection":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=839"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/839\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":844,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/839\/revisions\/844"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/841"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/zabota.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}